Zufrieden mit dem Job? Viele Deutsche sind es

Jeden Morgen steigt Mitarbeiter Martin Müller zur gleichen Tageszeit in die Bahn, um zur Arbeit zu kommen. Er macht seit Jahren ähnliche Dinge und geht mit den gleichen Kollegen in die Mittagspause. Und alle zwei Wochen essen sie Schnitzel mit Pommes. Für ihn kein Problem! Ganz im Gegenteil: Martin Müller gefällt das sehr. Denn er mag Schnitzel, Pommes, seine Kollegen und seinen Job. Genauso wie jeder zweite Bundesbürger. 52 Prozent der Deutschen sind mit ihrer Arbeit zufrieden und wollen ihrem Arbeitgeber die Treue halten. Das ist eins der Ergebnisse der Manpower-Studie "Jobzufriedenheit 2019", für die mehr als 1.000 Deutsche befragt wurden.

 

 

Außerdem sind 48 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass das Gehalt, das auf dem Konto landet, in einem vernünftigen Verhältnis zur geleisteten Arbeit steht. Kurz: Für sie ist die Bezahlung fair. 39 Prozent geben an, dass die Arbeitszeiten eingehalten werden, die vereinbart wurden. Weitere 37 Prozent sagen, dass es in ihrem Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle gibt. Und jeder dritte Arbeitnehmer würde seine Firma sogar seinen Freunden empfehlen. Was könnten die Gründe dafür sein? Je rund ein Drittel der Befragten gibt an, dass das eigene Unternehmen die Mitarbeiter schult oder schulen lässt, und dass die Firma familienfreundlich ist.

Kein Lob? Ein Kündigungsgrund

Doch es gibt auch die andere Seite: Der Zeigefinger öffnet den Briefumschlag. Der Blick geht auf die Summe am Ende der Lohnabrechnung. Und wieder ist der Frust groß. "Das geht nicht." Dieser Gedanke schwirrt durch den Kopf. Oder auch: "Das is' nichts. Aus, Schluss!" Der Arbeitgeber hat innerlich bereits gekündigt, da er weiß, dass es mit diesem Gehalt am Monatsende wieder knapp wird oder der Herzenswunsch der Kinder nie erfüllt werden kann. Deshalb gibt jeder fünfte Arbeitnehmer an, den Job innerhalb der kommenden zwölf Monate wechseln zu wollen, um mehr verdienen zu können.


 

Auf dem zweiten Platz der Jobwechsel-Rangliste landet das Gefühl, dass die eigenen Leistungen nicht anerkannt werden. 15 Prozent der Berufstätigen in Deutschland geben an, dass sie nach einer neuen Arbeit suchen, da zum Beispiel ihr Chef noch nie ein positives Wort gesagt hat, eine Gehaltserhöhung überhaupt nicht zur Diskussion steht oder immer nur die Kollegen befördert werden. Also: Anerkennung? Gleich null.

Ein weiterer Grund für die Flucht aus dem alten Job? Auf dem dritten Platz rangiert, dass die Arbeitszeiten zu lang oder unflexibel sind (11 Prozent). Gibt es einen großen Auftrag aus den USA oder China, ist auch die Anzahl der Überstunden groß. Alle schuften im Büro und der Produktionshalle, bis die Sonne wieder untergeht. Oder die Mitarbeiter müssen schon zu einer Zeit antanzen, in der sich andere Arbeitnehmer noch ein zweites Mal im Bett umdrehen. Aber auch wenn die Vorgesetzten noch nie etwas von Gleitzeit gehört haben und zum Beispiel darauf bestehen, dass alle Punkt neun mit der Arbeit beginnen und sie um 17 Uhr beenden, frustriert das viele. Generell gesehen sind die Jobwechsler kein Randphänomen: Insgesamt will rund jeder zweite Deutsche innerhalb eines Jahres den Arbeitsplatz wechseln.