Wie Sie effektiv zusammenarbeiten, wenn Ihr Team im Homeoffice ist

Die Corona-Krise hat in bisher unbekannten Ausmaßen zu einem rasanten Testlauf für die Arbeit im Homeoffice geführt. Was wir gelernt haben und lernen werden, wird dazu beitragen, die Zukunft der Arbeit zu gestalten und Innovationen in einer Reihe von Geschäftsfunktionen und Branchen voranzutreiben. Doch während sich ein Großteil der Aufmerksamkeit auf die Frage konzentriert, wie dieser Wandel technisch machbar ist, werden die für die Produktivität entscheidenden Aspekte oft nicht berücksichtigt.

Das digitale Zeitalter hat eine Revolution in der Kommunikation eingeleitet. Es verändert sogar unsere Art zu sprechen - oft in knappen Worten und Stichpunkten. Und es beeinflusst unsere Wahrnehmung. Die Menge und Geschwindigkeit der Informationen können häufig zu Missverständnissen und Verwirrung führen. Menschen, die in Remote-Teams arbeiten, sehen sich diesen Herausforderungen immer wieder gegenüber.

Warum erfordern dezentral agierende Teams neue Fähigkeiten zur Zusammenarbeit? In unseren Texten, E-Mails, Telefonkonferenzen und anderen digitalen Kommunikationsmitteln verzichten wir weitgehend auf nonverbale Kommunikation, Mimik und Körpersprache. Selbst wenn wir uns an einem gemeinsamen Standort befinden, lässt die Tonalität eines Textes oder die Formalität einer E-Mail viel Spielraum für Interpretation. Mögliche Fehlinterpretationen erzeugen Ängste, die teuer werden und die Motivation, die Produktivität und die Innovationskraft im Unternehmen beeinträchtigen können.

Methoden zur erfolgreichen Zusammenarbeit von räumlich voneinander entfernten Teams:

  • Verwechseln Sie "kurze Kommunikation" nicht mit "klarer Kommunikation": In unserem Bemühen, effizient zu sein, verwenden wir manchmal weniger Worte zur Kommunikation. Aber eine solche Kürze kann bedeuten, dass das Team Zeit damit verschwendet, Ihre Botschaften zu interpretieren, um sie dann vielleicht doch falsch zu verstehen. Gehen Sie nicht davon aus, dass andere Ihre Stichworte und Notizen verstehen. Drücken Sie sich so klar wir nur möglich aus, egal welches Medium Sie für die Kommunikation nutzen. Es gibt nie zu viel Klarheit, nur zu wenig.
  • Bombardieren Sie Ihr Team nicht mit Botschaften: Fragen Sie nach, ob Mitarbeiter Ihre vorangegangene Nachricht erhalten haben? Fassen Sie sicherheitshalber parallel per E-Mail, Kurznachricht und Telefon nach? Diese Forcierung der Kommunikation ist eine Form digitaler Dominanz, die Ihre unter Druck unnötig setzen kann. Das von Ihnen gewählte Medium stellt unterschiedliche Anforderungen an die Reaktionszeit des Empfängers. Alle Medien für die gleiche Nachricht zu verwenden, ist uneffektiv und kontraproduktiv. Wählen Sie Ihre digitale Lautstärke deshalb mit Bedacht.
  • Legen Sie Kommunikationsnormen fest: Aus der Ferne arbeitende Teams müssen neue Normen schaffen, die Klarheit in der Kommunikation schaffen. Einzelne Teams können auch ihre eigenen Normen festlegen - z.B. die Verwendung oder Nichtverwendung einzelner Tools für bestimmte Zwecke. Und es können auch Normen auf individueller Ebene bestehen, etwa die bevorzugte Reaktionszeit, der Schreibstil und der Tonfall. Einige Personen bevorzugen beispielsweise kurze und schnelle Mitteilungen, während andere lange und detaillierte Antworten bevorzugen. Menschen unterscheiden sich auch in ihrer Vorliebe und Toleranz für Humor und Informalität.

Da sich immer mehr unserer Interaktionen digital abspielen, werden wir weiterhin neue Formen von Misskommunikation und Missverständnissen erleben. Deren Lösung wird nicht primär von neuen Technologien abhängen, sondern vom gemeinsamen Verständnis und der Gestaltung neuer Verhaltensregeln. Vom Aufbau einer Kommunikationsfähigkeit, die den Anforderungen unseres digital geprägten Zeitalters gerecht wird.