Studie: Job macht ein Drittel der Berufstätigen müde und erschöpft sie

Sie sind mit ihren Kräften am Ende und schlurfen noch durchs Büro? Sie wachen mitten in der Nacht auf und es schießt Ihnen der Gedanke durch den Kopf, dass Sie am kommenden Tag noch etwas Dringendes zu erledigen haben? Immer wieder pocht tagsüber der Kopf oder schmerzt der Nacken? Das können Warnsignale des Körpers sein, die auf zu viel Stress bei der Arbeit zurückzuführen sind. Auf die leichte Schulter sollten sie nicht genommen werden. Denn dies könnten auch die ersten Anzeichen dafür sein, dass Sie ausgebrannt sind, Burn-out haben.

 

 

Selten ist so etwas in Deutschland nicht: Rund die Hälfte der Deutschen gibt an, dass sie ihr Job auf die eine oder andere Art und Weise plagt. Das ist eins der Ergebnisse der Studie "Jobzufriedenheit 2019", für die im Auftrag der ManpowerGroup 753 Berufstätige hierzulande befragt wurden. Jeder dritte Bundesbürger fühlt sich laut Befragung "häufig erschöpft und müde". 17 Prozent sagen außerdem, dass ihre Gesundheit durch ihren Arbeitsalltag leidet. Sie klagen zum Beispiel darüber, dass sie nicht vernünftig schlafen können oder ihr Kopf oft schmerzt. Dass sie selbst am Wochenende oder im Urlaub nur schwer abschalten können, führten 15 Prozent an. Neun Prozent haben sogar regelrecht Angst vor der Arbeit.

 

Flexibilität führt auch zu Stress

"Agile und digitale Trends beeinflussen den Arbeitsalltag immer mehr. Sie ermöglichen zum Beispiel Arbeitnehmern, im Home Office zu arbeiten", sagt Frits Scholte, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. "Diese Flexibilität ist für die Arbeitnehmer generell positiv. Sie hat aber auch Schattenseiten und bedeutet eine erhöhte Erreichbarkeit." Das führt wiederum oft zu Stress. 15 Prozent der Arbeitnehmer geben an, es als belastend zu empfinden, ständig erreichbar sein zu müssen. Erdrückend dürften auch Überstunden wirken. 16 Prozent der Deutschen müssen sie nach eigenen Angaben leisten, um ihr Arbeitspensum zu schaffen. Zwölf Prozent sagten außerdem, dass ihre Vorgesetzten sie oft unter Druck setzten.

 

Was machen die Deutschen, um Stress und den möglichen Folgen entgegenzuwirken, also eine ausgewogene Work-Life-Balance zu haben? Rund die Hälfte treibt laut Manpower-Untersuchung Sport oder geht einem Hobby nach. Jeder vierte Arbeitnehmer macht "Digital Detox", fastet also digital. Er macht nach Feierabend oder im Urlaub das Handy aus. Jeder Fünfte nimmt sich sogar kleine Auszeiten während der Arbeit, um den Stresspegel zu senken. "Arbeitsbedingte psychische Erkrankungen sind nicht zu unterschätzen", sagt ManpowerGroup Deutschland-Chef Frits Scholte. "Ein guter Umgang mit Stress kann durch gesundheitsfördernde Maßnahmen und Schulungen erlernt werden. Davon profitieren beide Seiten."

 

Denn leiden weniger Arbeitnehmer unter Stress und seelischen Erkrankungen, fallen auch die Fehlzeiten geringer aus. Im Jahr 2017 summierten sich diese auf 107 Millionen Krankheitstage - eine Verdopplung im Vergleich zum Jahr 2007. Das geht aus einem Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hervor. Der wirtschaftliche Schaden? 12,2 Milliarden Euro!