Berufliche Vorsätze 2020: Stressabbau hat für Beschäftigte in Deutschland Priorität

Die Berufstätigen in Deutschland haben sich für 2020 vor allem eines vorgenommen: Stress reduzieren und die Work-Life-Balance verbessern. So will jeder Dritte nach Feierabend besser abschalten und jeder Sechste Arbeits- und Freizeit bewusster trennen. Doch die Beschäftigten haben nicht nur Vorsätze gefasst, sondern sich auch ehrgeizige Karriereziele gesetzt. Eine Gehaltserhöhung steht weiterhin an erster Stelle - wenn auch mit abnehmender Tendenz. Nur noch 39 Prozent äußern diesen Wunsch. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um sieben Prozentpunkte. Die Ergebnisse stammen aus der Studie "Karriereziele 2020", für die 1.030 Beschäftigte in Deutschland im Auftrag der ManpowerGroup befragt wurden.

Der beliebteste Vorsatz fürs neue Arbeitsjahr lautet, nach Feierabend besser abzuschalten. 31 Prozent der Befragten äußerten diese Absicht. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um sechs Prozentpunkte. Die Ursache dafür könnte die sich abkühlende Konjunktur sein. Eine mögliche Folge wäre, dass die Beschäftigten weniger Stress bei der Arbeit haben, der sie nach Feierabend belastet.

Zudem wollen 27 Prozent sich Vorfälle im Job nicht mehr so zu Herzen nehmen und 16 Prozent streben mehr Freizeit an. Viele Deutsche haben sich außerdem vorgenommen, im Job voranzukommen. 16 Prozent wollen in Zukunft effizienter arbeiten, zum Beispiel durch Priorisierung oder besseres Zeitmanagement. Darüber hinaus möchten 13 Prozent die Chancen der neuen Technologien nutzen und ihre Digitalkompetenz ausbauen. Weitere 13 Prozent sind gewillt, den nächsten Karrieresprung zu machen und sich bei einem neuen Arbeitgeber zu bewerben. Offenbar bietet ihnen ihr aktueller Arbeitgeber nicht die gewünschten Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Neben Stressabbau und Work-Life-Balance wollen viele Berufstätige künftig auch an ihren Soft Skills arbeiten. Zwölf Prozent beabsichtigen, den Austausch mit Kollegen zu verbessern und so besser zu kooperieren. Da gute Kontakte hilfreich für die Karriere sein können, lautet bei zwölf Prozent der Vorsatz, mehr Networking zu betreiben. Ebenfalls zwölf Prozent wollen im neuen Jahr auch das eigene Auftreten verbessern und ihrem Vorgesetzten so selbstbewusster ihre Kompetenzen und Erfolge präsentieren. Das könnte daran liegen, dass sie sich bei Beförderungen übergangen fühlen.

Viele Beschäftigte sehen bei sich keinen Weiterbildungsbedarf

Interessant ist auch, dass eine Gehaltserhöhung für die Berufstätigen in Deutschland eine weniger wichtige Rolle spielt als im Vorjahr. Mögliche Gründe dafür sind die Tarifabschlüsse des Jahres 2019, die zum Beispiel den Mitarbeitern der Deutschen Bahn oder Angestellten im Öffentlichen Dienst der Länder eine Lohnsteigerung brachten. Dennoch ist der Top-Karrierewunsch der Deutschen weiterhin, mehr Geld zu verdienen. Vier von zehn Beschäftigten streben dieses Ziel an. Danach wünschen sich 24 Prozent, mehr Wertschätzung für die eigene Arbeit zu bekommen. Zudem wollen sich 19 Prozent ihre Zeit frei einteilen dürfen.

 

In Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung erkennen manche Berufstätige auch, dass bei ihnen Weiterbildungsbedarf besteht. So möchten 18 Prozent der Berufstätigen ihre Fremdsprachen- und 15 Prozent ihre Computerkenntnisse verbessern. Außerdem wollen 16 Prozent vielseitigere Aufgaben übernehmen und 14 Prozent öfter im Home-Office arbeiten. Weitere 14 Prozent beabsichtigen, im neuen Jahr einen Job zu finden, der den eigenen Fähigkeiten und Interessen besser entspricht. Offenbar fehlt ihnen in ihrem aktuellen Job die Selbstverwirklichung. Darüber hinaus haben zwölf Prozent vor, ihre Karrierechancen zu steigern, indem sie sich spezialisieren. Lediglich zehn Prozent streben hingegen nach einer Führungsposition.

"Weiterbildung ist wichtig, um Unternehmen und Berufstätige fit für die digitalisierte und globalisierte Arbeitswelt der Zukunft zu machen. Arbeitgeber sollten eine Firmenkultur etablieren, in der das lebenslange Lernen ein fester Bestandteil ist. Nur so ist es möglich, mit den immer schneller fortschreitenden Veränderungsprozessen Schritt zu halten und in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben", sagt Angela Olsen, Vorsitzende der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. "Derzeit haben die Berufstätigen allerdings überwiegend andere Karriereziele und nur acht Prozent wollen sich 2020 neben dem Job weiterbilden. Hier sind die Unternehmen gefragt, ihre Mitarbeiter zu motivieren und ihnen attraktive Weiterbildungschancen zu eröffnen."

Über die Studie

Die Studie "Karriereziele 2020" basiert auf einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung von 1.030 Bundesbürgern. Sie wurde im Dezember 2019 im Auftrag der ManpowerGroup vom Marktforschungsinstitut Toluna durchgeführt.

Mehr Informationen zur Studie erhalten Sie unter: https://www.manpowergroup.de/neuigkeiten/studien-und-research/studie-karriereziele/