5 Wege, wie Frauen leichter in Führungspositionen gelangen

Um mehr Frauen in Führungspositionen zu entwickeln, sind Veränderungen im Unternehmen notwendig und diese sollten idealerweise von der Spitze herbeigeführt werden.

Doch unter welchen Voraussetzungen können Frauen ihr Potenzial voll ausschöpfen? Becky Frankiewicz, Regional President Nordamerika, gibt Antworten.

1. Attraktives Gehalt und sonst?

Der weltweite Fachkräftemangel hat einen neuen Rekordstand erreicht. Eine unternehmenseigene Studie zeigt, dass 54% der Unternehmen weltweit von einem Fachkräftemangel berichten. Dieser ist fast doppelt so hoch wir vor einem Jahrzehnt. Daher ist es umso wichtiger zu verstehen, was die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen antreibt. Um dies herauszufinden, wurden 15.000 Menschen in 15 Ländern befragt und die Ergebnisse nach Geschlecht und Alter analysiert. Die Teilnehmer berichteten, dass ein attraktives Gehalt allein nicht ausreicht. Es sind weitere Faktoren notwendig, um die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden.

Arbeit und Privatleben schließen sich nicht mehr gegenseitig aus, sie sind untrennbar miteinander verbunden. Die nächste Generation will eine anspruchsvolle Arbeit, sich kontinuierlich weiterentwickeln und gleichzeitig mehr Flexibilität. Immer mehr Frauen nehmen ihre Karriere selbst in die Hand, so sind beispielsweise 40% der US-Unternehmen in Frauenhand.

 

2. Fokus auf die Nachfolge

Die Hälfte des weltweiten Talentpools ist weiblich. Dennoch haben Frauen nur 25% der Führungspositionen inne.

Um dieses Problem anzugehen, müssen Unternehmen geschlechtsspezifische Karrierewege aufbrechen. Damit Frauen nicht in Job-Silos stecken bleiben, die historisch gesehen von überwiegend weiblichen Arbeitnehmern besetzt sind, wie zum Beispiel Kommunikation, Personalwesen und Assistenz-Funktionen.

Um Frauen in Führungspositionen zu entwickeln, sollte analysiert werden, welche Kriterien wichtig sind, um die Karriereleiter des Unternehmens zu erklimmen. Ist beispielsweise eine Finanzkarriere erforderlich, um eine erfolgreiche Geschäftsführerin zu sein? Stellen Sie die Frage, wie es funktionieren könnte und nicht, warum es nicht funktioniert.

Unterstützen Sie Frauen dabei Fähigkeiten und Erfahrungen zu erwerben, die sie benötigen, um das Unternehmen auch in Führungspositionen voranzutreiben.

3. Kluft zwischen den Geschlechtern verringern

Frauen sind in den am schnellsten wachsenden Berufsfeldern, insbesondere im MINT-Bereich, unterrepräsentiert. Dafür sind sie in den Rollen, die durch die zunehmende Automatisierung gefährdet sind, überrepräsentiert. Wenn wir nichts unternehmen, wird sich das Ungleichgewicht noch weiter verstärken.

Während wir bei der Zahl der Männer und Frauen, die einen Abschluss in Sozialwissenschaften und Mathematik haben, zumindest in den USA, nahezu paritätisch sind, ist es in der Informatik umgekehrt: Unter den Absolventen von Informatikstudiengängen sind nur noch 18% Frauen.

4. Lebenslanges Lernen

Eine digitale Gesellschaft ist eine dynamische Gesellschaft. Neue Technologien schaffen neue Rollenbilder und ersetzen bisherige Aufgaben.

In einer auf Fähigkeiten basierenden Wirtschaft ist es wichtiger, sich an Veränderungen anzupassen als den Status quo zu erhalten. Lebenslanges Lernen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln wird für alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen entscheidend sein.

5. Integration: Pflicht statt Kür

Beim Eintritt in die Arbeitswelt ist der Anteil an Männern und Frauen fast identisch. Doch bei den Beförderungen fallen Frauen auf der Karriereleiter zurück. Die Entscheidung für die Beförderung liegt bei den Führungskräften selbst. Sie können die Quote von männlichen und weiblichen Führungskräften durch ihre Personalentscheidung beeinflussen.

Um mehr weibliche Führungskräfte zu entwickeln, sollte eine Unternehmenskultur der "Bewussten Integration" gelebt werden. Führen, denken und handeln Sie mit der bewussten Absicht, alle einzubeziehen.

Zu Beginn der 2020er Jahre können wir nicht in der Vergangenheit verwurzelt bleiben. Wir müssen den Aufbau einer gleichberechtigten und integrativen Gesellschaft beschleunigen. Davon hängen Wirtschaftswachstum, Erwerbsbeteiligung und zukünftige Generationen ab.

Von Becky Frankiewicz